Mein Leben mit Tinnitus

Ingrid Herrmann* ist 35 Jahre alt. Den Tinnitus hat sie 2005 durch Pfeiffer’sches Drüsenfieber bekommen. Die Hausärztin hatte zu spät reagiert, und als Frau Herrmann zur HNO-Ärztin geschickt wurde, bekam sie den Rat: “Sie müssen sich daran gewöhnen!“

Später wurde dann eine Innenohrschwerhörigkeit entdeckt, die endlich erklärte, warum sie bereits als Kind so viele Lern- und Sprachprobleme hatte. Den Tinnitus hat sie seit etwa vier Jahren „gut im Griff“: „Das Fiepen ist nicht mehr der Feind wie früher. Ich sehe jetzt stattdessen einen Mensch im Ohr sitzen: Er sitzt da mit seiner Trompete und lacht ganz freundlich.“

Die Erfahrung, dass Menschen sich zurückziehen, hat auch sie gemacht. Aber andere sind inzwischen da, die akzeptieren, „wenn ich mich mal zurückziehe, mal schlechte Laune habe  oder traurig bin.“ Und entscheidend ist die Unterstützung durch den Ehepartner: „Mein Mann hat Mitgefühl, aber er versteht mich auch!“

Vor sieben Monaten kam ihr Sohn zur Welt. Während der Schwangerschaft setzte plötzlich zusätzlich zum Tinnitus noch ein tiefer Ton ein – „ein Brummen, als ob das Trommelfell vibriert.“ Frau Herrmann berichtet von Schweißausbrüche und Angstattacken. Dieser Brummton überdeckt den Tinnitus-Fiepton. Die Ärzte haben ihr Hoffnung gemacht, dass der Ton wieder verschwindet.

 

 

*Name von der Redaktion geändert