Mein Leben mit Tinnitus

Max Müller* war 15, als er mit dem Kopf gegen eine Mauer stieß und bewusstlos liegen blieb – Sportunfall.

Dass er in den folgenden Wochen und Monaten „immer so einen Ton hört, der nicht weg geht, selbst beim Schlafen nicht“, erzählte er seiner Mutter erst später. Ein zu Rate gezogener HNO-Arzt konnte jedoch nicht helfen. Dabei war der Ton im ersten Jahr „besonders schlimm“, zeitweise sogar so massiv, dass es bei Max zu schweren Depressionen kam.

Zum Glück hatte seine Mutter schon von Tinnitus gehört. Also schickte sie ihren Sohn erneut zur Behandlung, und ihr Verdacht wurde bestätigt – mehrere Haarsinneszellen im Ohr waren irreparabel beschädigt.

Heute spielt Max Gitarre in seiner eigenen Band. Zwar verstärken sich die Tinnitus-Schübe nach Konzerten häufig. Aber um diesen Effekt abzuschwächen, trägt er vom Hörakustiker individuell angepasste Ohrschutzstöpsel. Viele haben geraten, dass er die Musik aufgeben soll. Aber das möchte er nicht und die Mutter will ihm diese Freude auch nicht nehmen: „Das gehört doch zu seinem Leben.“ Immer wieder kommt es vor, dass Max nachts nicht schlafen kann, weil dann der Tinnitus besonders präsent ist. Auch zur Schulzeit und wenn Probleme auftauchen, nimmt er den Tinnitus stärker war.

Mittlerweile hat sich Max jedoch an seinen Tinnitus gewöhnt und kann sogar ganz gut mit ihm leben. Nur wenn er auf die Ohrgeräusche angesprochen wird, ärgert ihn das: „Frag mich doch nicht immer danach“, antwortet er dann, „denn sonst denke ich gleich wieder daran!“

 


* Name von der Redaktion geändert