Über Tinnitus

Für den  Initiator des Internationalen Tinnitus Seminars, Prof. Dr. Abraham Shulman, ist Tinnitus DIE Herausforderung des 21. Jahrhunderts für die HNO-Medizin, Audiologie und Neurowissenschaften.

Tinnitus nennt man das Phänomen, Geräusche zu hören, ohne dass äußere Schallsignale vorliegen; Geräusche, die andere also nicht wahrnehmen können. Allein in Deutschland leiden über 11 Millionen Menschen zumindest temporär unter Tinnitus. Zugleich steigen die Fallzahlen  parallel mit der Entwicklung zu einer schnelleren, lauteren Gesellschaft rasant an, denn Tinnitus entsteht unter anderem durch Lärmüberreizung und Stress. Und eben diese Faktoren sind es, die die Lebens- und Arbeitsweise von immer mehr Menschen, auch jungen, prägen. Der Leidensdruck ist sehr verschieden. Manche klagen über leichte Beeinträchtigungen, andere über unerträgliche Qualen, die sogar zum Suizid führen können.

Obwohl Tinnitus eine Volkskrankheit ist, stehen zu wenige Gelder für die Erforschung der Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Dabei ist die Forschung auf diesen Gebieten dringlich, da man über die Ursachen von Tinnitus noch immer viel zu wenig weiß. Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Ohrengeräusch neben Lärm und Stress auch durch zu hohen Blutdruck, Diabetes, Erkrankungen der Halswirbelsäule und viele weitere Faktoren entstehen kann. Wie genau die verschiedenen Ursachen zu Tinnitus führen, ist bisher allerdings noch nicht erklärt. Lediglich einer Sache ist man sich bisher sicher: „Es handelt sich um eine Fehlfunktion bei der Verarbeitung von akustischen Signalen im Hirn“, sagt Birgit Mazurek, Präsidentin des Kongresses.

Gefragt sind neue Lösungsansätze, die auf Basis neuer Erkenntnisse aus der Tinnitusforschung entwickelt werden. Das ITS14 in Berlin bietet hierfür ideale Voraussetzungen.